Vorlesungsverzeichnis

Auf dieser Seite finden Sie eine Kurzbeschreibung aller im Sommersemester 2022 angebotenen Kurse geordnet nach Modulnummern. 

Bitte beachten Sie, dass das Vorlesungsverzeichnis sich im Aufbau befindet.

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BACHELOR I

Modul 101.2: Dramaturgie “Ursprungszeiten des Theaters”

Lehrende: Prof. Dr. Annette Storr

Zeiten: mittwochs, 11:30 – 14:30 / 16.03. – 29.06.2022

Ort: 1.10

Kurzbeschreibung:

Ursprungszeiten des Theaters, so ein Titel des Theaterhistorikers Theo Girshausen.

In diesem Semester soll in einem kursorischen Gang durch die Theatergeschichte thematisiert werden, welche unterschiedlichsten Spielarten von Theater und welche unterschiedlichsten Textsorten von Theaterliteratur im Fundus der Vergangenheit enthalten und erhalten sind. Es soll den Differenzen und historischen Voraussetzungen nachgegangen werden, um gerade dem Interesse am vermeintlich Fremden, Fremdgewordenen oder Vergessenen zuzuarbeiten. Die Veranstaltung ist für BAII und BAI, offen auch für andere Interessent/innen.

 

 

Modul 101.3: Medien/Intermedialität “Jenseits der leiblichen Ko-Präsenz: Dramaturgie für virtuelle Räume”

Lehrende: Stefanie Schmitt

Zeiten: 25.03., 26.03., 31.03., 07.04., 28.04., 05.05., 13.05., 14.05.

Ort:  1.10 und 1.08

Kurzbeschreibung:

„Who’s there?“, mit dieser simplen Formulierung eröffnet William Shakespeare seinen berühmten Hamlet. „Wer ist da?“ lässt sich aber auch fragen angesichts der veränderten Raumdisposition im medial vermittelten Gegenwartstheater.

Auch virtuelle Räume sind Räume. Anders als im Realen gelten für sie die Gesetze der Schwerkraft nicht. Einige Parameter sind spezifisch für die virtuelle Umgebung, andere von der konkreten spielerischen Kontextualiserung der Inszenierung und den damit einhergehenden semiotischen Setzungen abhängig. Damit eröffnen sich zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten für die Narration: Crossmediales Erzählen wird den Praktiken des ‚Second Screens‘ gerecht und setzt Agency und Interaktion an die Stelle der leiblichen Kopräsenz. Präsenz und Liveness wiederum gehören zu den zentralen Herausforderungen medial vermittelten Theaters. Kommen XR-(Extended-Reality-)Anwendungen zum Einsatz, tragen Techniken des ‚Physical Storytelling‘, das mehrere Sinne gleichzeitig aktiviert, zur Intensivierung der ästhetischen Erfahrung bei.

Anhand ausgewählter Inszenierungen und Projekte aus dem deutsch- und englischsprachigen Raum wird untersucht, wie unterschiedliche technische Errungenschaften in die sogenannte Wirklichkeit (und deren künstlerische Hervorbringung) hineinragen und welche Kenntnisse sich hieraus in Bezug auf unseren Umgang mit einer zusehends medial vermittelten Gegenwart gewinnen lassen. Dabei kommen grundlegende theaterwissenschaftliche Wissensbestände (Theatergeschichte, Schauspieltheorie, Inszenierungsanalyse) zur Anwendung.

 

 

Modul 101.5: Exkursion

Lehrende: folgt

Zeiten: 3 – 4 Tage

Ort: folgt

Kurzbeschreibung:

folgt

 

Modul 102.1: Theater und Theorie. Texte und Lektüre “WERK / FIKTION”

Lehrende: Prof. Dr. Annette Storr

Zeiten: donnerstags, 10:00 – 12:30 / 17.03. – 30.06.2022

Ort: 1.10 

Kurzbeschreibung:

WERK / FIKTION

Zwischen diesen beiden Begriffen bewegt sich unsere Recherche zu theoretischen Ansätzen für die Erfassung und Thematisierung von Gegenständen der Darstellenden Künste. Neben der Lektüre ausgewählter Texte wird es um Filme und Installationen der Regisseurin Chantal Akerman gehen. Die Veranstaltung ist für BAI, offen auch für andere Interessent/innen.

 

 

Modul 102.3: Analyse von Film und anderen medialen Formaten “Was tun Filme und wie kommt es, dass wir sie verstehen?”                                                       

Lehrender: Dr. Christian Pischel

Zeiten: montags, 10:00 – 12:30 / 15.03. – 27.06.2022

Ort: 1.10

Kurzbeschreibung:

Filme bewegen uns. Filme überwältigen uns, gehen uns unter die Haut. Sie ergreifen, rühren und erheitern uns. Filme überzeugen; Filme langweilen. Sie zeigen, erzählen und denken. Filme sind nicht nur Produkte, die auf bestimmte Arten und Weisen fabriziert worden sind, sie sind selbst ein ›poetischen Machen‹, in das wir – jedes Mal, wenn wir einen Film sehen – eingewoben werden. Nahezu unwillkürlich entsteht aus unserem konkreten Sehen und Hören der Film mit der Mannigfaltigkeit seiner Welt, seiner Figuren und Begebenheiten. Der eigentliche Skandal ist, dass dieser Vorgang des Filme-Sehens – dieses komplexe Machen und Tun – uns ganz selbstverständlich ist, meisten mühelos, oft ein Genuss, manchmal eine Heraus­forderung.

Dieses Seminar setzt eben an dieser Selbstverständlichkeit an. Und stellt sie radikal in Frage. Wir werden das ganze Spektrum von der Filmerfahrung über die poetische Struktur bis hin zu einzelnen inszenatorischen Formen in den Blick nehmen, um unterschiedliche Terminologien, Problemstellungen und Methoden kennenzulernen, an denen wir unseren analytischen und hermeneutischen Umgang mit Filmen schulen. Beispiele aus unter­schiedlichen Episoden der Geschichte audiovisueller Darstellungsformen werden mit ausgewählten film- und medienwissen­schaftlichen Lektüren konstelliert, um immer wieder die Fragen neu zu stellen: Was passiert, wenn wir einen Film sehen? Welche Strukturen, Formen und Dramaturgien können wir identifizieren? Welche Wahrnehmungs-, Empfindungs- und Denkprozesse sind daran beteiligt?  Die Sitzungen bein­halten in der Regel eine gemeinsame Sichtung; die Texte zu den jeweiligen Terminen werden im Vorfeld zur Verfügung gestellt.

 

 

Modul 102.4: Analyse Tanz(Musik)Theater “Autonomie und Gnade”

Lehrende: Prof. Dr. Regine Elzenheimer

Zeiten:  dienstags, 16:00 – 18:15 / 15.03. – 28.06.2022

Ort: 1.10

Kurzbeschreibung:

Oper ist im 18. Jahrhundert noch immer hauptsächlich eine Kunstform im Dienste höfischer Auftraggeber: als vom Hofdichter Pietro Metastasio geprägte „opera seria“ erfüllt sie
die Aufgabe eines „Fürstenspiegels“ und folgt einem stereotypen Formschema. Zugleich
ist diese Form Gegenstand zahlreicher Reformbestrebungen (u.a. von Christoph Willibald
Gluck), die auch die aufklärerischen Entwicklungen und die politischen Umwälzungen im
Umfeld der Französischen Revolution spiegeln. In Bezug auf das Werk Mozarts wurde dieses Spannungsfeld von Ivan Nagel als eines zwischen „Autonomie und Gnade“ bezeichnet.
Im Seminar soll anhand ausgewählter Stücke und Inszenierungen sowie szenisch und musikalisch experimenteller Ansätze im Umgang mit den Stücken untersucht werden, durch welche Herangehensweise das Themenreservoir dieser Opern für eine aktuelle Aufführungs- und Inszenierungspraxis von Interesse ist. Hierzu gehören die Darstellung der Herrscherfiguren, der Blick auf fremde Kulturen, der Entwurf sozialer Utopien und die sogenannten „Ombra“-Szenen als Begegnung mit den Toten.

In der Bibliothek in der Grassistraße ist ein Semesterhandapparat eingerichtet.

 

außercurriculares Angebot für BA I: Tutorium: “Neuzugänge – Visionen für die Zukunft der Oper”

Lehrende: MA-Studierende Marie Nandico

Zeiten

Ort: 1.10

Kurzbeschreibung:

In diesem wöchentlichen Tutorium setzen wir uns vertiefend mit den Opern des Seminars „Autonomie und Gnade“ auseinander. Wir nehmen uns Zeit, um über die Musik, die Handlungen, Figuren und Libretti zu reden und im Seminar entstandene Fragen zu klären. Mittels praktischer Übungen aus der Theaterpraxis, verschaffen wir uns zusätzlich einen physischen Zugang zu den Opernstoffen, sodass sie uns Impulse wiederum für eine dramaturgische Auseinandersetzung geben können. Lasst uns gemeinsam offen diskutieren, welche Zugänge ihr zu den Opern habt oder vielleicht zunächst nicht habt und welche Themen und Aspekte euch interessieren. Lasst uns über mögliche zeitgenössische Inszenierungsansätze reden. Auch darüber, welche Zugänge neu entstehen könnten, wenn sich zukünftige Inszenierungen z.B. anderen (Bühnen-) räumen öffnen, im urbanen Raum verorten oder einen interdisziplinären Ansatz verfolgen würden? Daran anknüpfend spinnen wir über mögliche Visionen für die Zukunft der Oper- eure Zukunft der Oper.

Anhand einer von euch ausgewählten Oper des Seminars, erarbeiten wir gegen Ende des Semesters, erste konzeptionelle Ideen für eine fiktive Inszenierung im öffentlichen Raum.

 

 

Modul 102.5: Kommunikationstraining

Lehrende: Anke Gregersen

Zeiten: 18.03., 22.03., 29.03., 06.05., 10.05.

Ort: 1.10 und online

Kurzbeschreibung:

Wie sage ich wem was? Als Dramaturg stehe ich im Dialog mit Zuschauern, Presse, Regie, Schauspielern und natürlich mit der Hausleitung. Wie kann ich meine Argumente angemessen kommunizieren? Wann beschreibe ich das Gesehene und wie drücke ich meine Interpretation wertschätzend aus? Wer will eigentlich was wissen? Wie kann ich Kritik sinnvoll anbringen? Und wie stelle ich mir die passende Einführung vor?
Das sind alles Themen des Kommunikationstrainings. Um auf die verschiedenen Formen der Kommunikation entsprechend einzugehen, wird das Seminar in Präsenz- und Digitaltreffen stattfinden (soweit die Infektionslage dies zulässt).

Ein Workshop rund um das Thema Kommunikation zugeschnitten auf den Theateralltag.

 

 

Modul 103 a.2/b.3: Medienpraxis: Einführung und Projektvorbereitung

Lehrende: Christine Lang

Zeiten: alle zwei Wochen montags, 13:30 – 17:00 / 14.03. – 20.06.2022

Ort: 1.10

Kurzbeschreibung:

In diesem Seminar werden Kenntnisse von Technik und Produktionsweisen der audiovisuellen Medien (Kamera, Licht, Ton) und Postproduktion (Adobe Premiere) vermittelt, sowie die konzeptionellen Grundlagen der filmischen Dramaturgie und Ästhetik. Im Rahmen des Seminars wird eigenständig ein mediales Projekt entwickelt und realisiert – das kann eine dokumentarische, essayistische oder fiktionale Arbeit zu einem selbst gewählten oder gemeinsam festgelegten Thema sein.

 

 

Modul 103 a.3: Stage Design

Lehrender: Demian Wohler

Zeiten: 22.04., 23.04., 24.04. / 10:00 – 18:00

Ort: 1.10

Kurzbeschreibung:

Es wird um den Kosmos bei Aristoteles gehen, um die Passionsspiele im Mittelalter, um den Streit zwischen Newton und Leibnitz, um die Erfindung der Zentralperspektive, um die vierte Wand, um das Theater der Grausamkeit, um die allgemeine Relativitätstheorie, um Heterotopien und Nicht-Orte, um den Raum als soziale Konstruktion, um das Totaltheater von Gropius und die Berliner Schaubühne.

Wir werden wohl einen Film von David Lynch schauen, einiges auf YouTube, uns gegenseitig unser Zuhause beschreiben, einen Text von Foucault lesen, Bilder von Bühnenbildern anschauen, wir werden Atmosphären nachspüren und sie versuchen herzustellen, wir werden über parasitäre Architektur diskutieren, wir werden mit einem Stadtplan von Paris durch Leipzig gehen. Und „wir irren des Nachts im Kreis umher und werden vom Feuer verzehrt.“ (G. Debord)

Ich wünsche mit, dass wir zusammen über die Konstitution, die Entstehung, die Produktion von Räumen und Orten diskutieren können und deren Wirkung. Sowohl in einem künstlerischen, theatralen Kontext, als auch auf einer sozialen, gesellschaftlichen Ebene. Dass wir zusammen unsere Wahrnehmung und unser Vokabular in Bezug auf Räume schärfen und erweitern können.

 

 

 

Modul 104.2: Praktikum oder Projekt “MANIFESTE!”

Lehrender: Dr. Dag Kemser

Zeiten: mittwochs, 9:00 – 11:00 / 16.03. – 29.06.2022

Ort: 1.10

Kurzbeschreibung:

In diesem Seminar entwickeln wir über zwei Semester hinweg ein Projekt, das im Januar 2023 in der Black Box zur Aufführung kommen wird. Unser Material sind Manifeste: programmatische Verkündungen, mit denen sich Gruppierungen an die Öffentlichkeit wenden und der Gesellschaft die Gesellschaft erklären oder die Aufgabe der Kunst erklären, in denen sie sich erklären, in denen sie einfordern, auffordern …

Diese Aufforderungen soll das Seminar annehmen. Wir werden künstlerische Manifeste und speziell Theatermanifeste ebenso lesen wie politische Manifeste. Wir werden uns mit den verschiedenen Positionen auseinandersetzen und unsere Haltung zu diesen Positionen diskutieren. Wir werden die historischen oder zeitgenössischen Kontexte klären, aus denen heraus die Manifeste entstehen, und im vergleichenden Lesen den Spezifika dieses Literaturgenres nachforschen. Wir werden ausgewählte Manifeste, die uns besonders interessieren, in Korrespondenz miteinander bringen, werden unser Interesse debattieren und ein passendes Aufführungsformat entwickeln.

Literatur u.a.: Wolfgang Asholt/Walter Fähnders (Hg.): Manifeste und Proklamationen der europäischen Avantgarde (1909-1938), Stuttgart u.a. 1995/2005 ∙ Burcu Dogramaci/Katja Schneider (Hg.): Clear the Air. Künstlermanifeste seit den 1960er Jahren, Bielefeld 2017 ∙ Joachim Fiebach: Manifeste europäischen Theaters: Grotowski bis Schleef, Berlin 2003 ∙ Johanna Klatt/Robert Lorenz (Hg.): Manifeste. Geschichte und Gegenwart des politischen Appells, Bielefeld 2011

Zu diesem Seminar ist ein Handapparat im Dittrichring eingerichtet.

 

 

 

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BACHELOR II

 

Modul 109.1 (=101.2): Theatergeschichte “Ursprungszeiten des Theaters” 

Lehrende: Prof. Dr. Annette Storr

Zeiten: mittwochs, 11:30 – 14:30 / 16.03. – 30.06.2022

Ort: 1.10

Kurzbeschreibung:

Ursprungszeiten des Theaters, so ein Titel des Theaterhistorikers Theo Girshausen.

In diesem Semester soll in einem kursorischen Gang durch die Theatergeschichte thematisiert werden, welche unterschiedlichsten Spielarten von Theater und welche unterschiedlichsten Textsorten von Theaterliteratur im Fundus der Vergangenheit enthalten und erhalten sind. Es soll den Differenzen und historischen Voraussetzungen nachgegangen werden, um gerade dem Interesse am vermeintlich Fremden, Fremdgewordenen oder Vergessenen zuzuarbeiten. Die Veranstaltung ist für BAII und BAI, offen auch für andere Interessent/innen.

 

 

Modul 109.3: Medien/Intermedialität Raumverschiebung. Raum und Ort in intermedialen Praktiken und als Bedingung urbaner Interventionen

Lehrende: Prof. Dr. Barbara Büscher

Zeiten: dienstags, 11:00 – 12:30 / 15.03. – 28.06.2022

Ort:  1.10

Kurzbeschreibung:

Schon seit einer Weile richtet sich die Aufmerksamkeit von Wissenschaft und künstlerischer Praxis (wieder) verstärkt auf den Raum als Parameter und Bedingung von Aufführung. Es wird nach Verschiebungen in institutionellen, kuratorischen und künstlerischen Praktiken gefragt, die aus der Reflexion räumlicher Gefüge in Theater/ Performance/ Tanz, Ausstellungen und Installationen, Kino und anderen Projektionsweisen bewegter Bilder resultieren. Nicht nur ist mit der Szenographie ein Feld eigenständig gestalterischer Tätigkeiten über die Künste hinweg entstanden, es gibt inzwischen auch vielfältige Formen der Verbindung von Ausstellung und Aufführung, von black box und white cube.

Diese Aufmerksamkeit auf/in den Künsten und Kunstwissenschaften ist nur Teil einer umfassenderen Sichtweise, die Raum als  Bedingung und Ergebnis sozialen und kulturellen Handelns versteht. Dazu gehören auch interventionistische und aktivistische Formen urbaner Praxis, die u.a. künstlerisch motivierte Raumstrategien entwickeln, um Stadt für diverse Interessen zu öffnen.

Zum Einstieg wollen wir uns mit einigen theoretischen Positionen in diesem Feld beschäftigen, um dann auf  die Architekturen und Orte von Kunstinstitutionen  zu schauen und uns mit  ausgewählten site specific/orts- und raumspezifischen künstlerischen Praktiken zu beschäftigen.

Im weiteren Verlauf des Seminars gibt es die Möglichkeit an drei verschiedenen Veranstaltungsformaten teilzunehmen: „Inbetween – Theater zwischen Vorstellung und Ausstellung“ (Kassel, 20.-22.5.), „Urbane Praxis – neue Kontexte kultureller Infrastruktur“ (Leipzig 16.-17.6.) und „Osten – Festival in Bitterfeld“ (Juli), die sich in unterschiedlicher Weise mit den Bedingungen von Stadt, Orten und Räumen beschäftigen.

 

 

Modul 109.5: Exkursion

Lehrende: folgt

Zeiten: 3 – 4 Tage

Ort: folgt

Kurzbeschreibung:

folgt

 

Modul 110 a/b.2: Zukunft des Theaters “Ghosts of tomorrow”

Lehrender: Jörg Albrecht

Zeiten: 20.05., 27.05.+28.05., 17.06.+18.06.

Ort: online / 1.10 / Münster

Kurzbeschreibung:

Dekolonisierungs- und Anti-Rassismus-Bewegungen, Klimaproteste und die Pandemie stellen derzeit auf jeweils andere Weise, den Erneuerungs- und Wachstumszwang der Moderne und die Dynamik von Hypes und Peaks in Frage zu stellen. Die gespenstische Vergangenheit des kolonialen Westens und seine geisterhafte COVID-Gegenwart machen zusammen die Defizit echten Fortschritts immer offenbarer, wenn wir über Demokratisierung, Verteilungsgerechtigkeit und den radikalen Wandel des Planeten sprechen.

Was tut in dieser globalen Situation nun das Theater auf den vielen Bühnen – aus Brettern wie Pixeln? Wie und in welchen Konstellationen setzen sich Künstler*innen zukunftsweisend mit der Spannung zwischen dem, was war, und dem, was wir erhoffen, auseinander?

Im Seminar fokussieren wir verschiedene Inszenierungsformate und schauen, wie Raum, Text, Tools, Performende, Publika hier (inter-)agieren. Dazu führen wir Gespräche mit verschiedenen Künstler*innen/-gruppen zu ästhetisch-politischen Fragen und Produktionen, u.a. bei einem Festival zu Stadt-/Landtransformationen.

Auf Basis eines radikalen Gegenwartsbewusstseins versuchen wir zusammen die Geister für ein zukünftiges Theater zu rufen; – ganz im Sinne von José Esteban Muñoz: »The best performances do not disappear but instead linger in our memory, haunt our present, and illuminate our future.«

Grundlagen: Elfriede Jelinek: Ich möchte seicht sein (https://www.elfriedejelinek.com/fseicht.htm) /  Metalab Harvard: futureStage Manifesto (https://future-stage.org/)

 

 

Modul 110 a/c.3: Übersetzen

Lehrender: Laurent Chétouane

Zeiten: 25.03., 26.03., 08.04., 09.04., 03.06., 04.06.

Ort: 1.10

Kurzbeschreibung:

Ich habe immer gerne mit Dramaturgen gearbeitet, die es wussten, meine Wünsche als
Regisseur in eine sprachliche Form so zu übersetzen, dass die Performer (im Tanz oder im
Theater) einen Zugang zu meinen Fragen fanden. Denn oft ist die Vision eines Regisseurs
oder Choreografen gerade nicht in Worten zu fassen, sondern nur nach der „ästhetischen
Transformation“ erfahrbar und vielleicht nachvollziehbar. Also im Nachhinein. Davor muss
aber der Performer oft „blind“ an etwas teilnehmen, und der Dramaturg ist derjenige, der es
schafft, WORTE zu finden, für etwas, das noch nicht symbolisiert ist, aber schon als Kraft
spürbar ist. Eine art Übersetzung. Aber was wird übersetzt?
In dem Seminar werden Heiner Müllers Bildbeschreibung und Auszüge von Hölderlins
Übersetzung von Antigone gelesen. Besprochen wird „das Unbehagen der Kultur“ vom
Freud (das Buch muss bis zum Seminarbeginn gelesen werden), und der lacansche Begriff
des „Sinthomes“ wird von mir eingeführt, damit man die Position des Künstlers und des
Dramaturgen als Übersetzer eines Symptoms „politisch“ neu denkt. Florentina Holzingers
Stück „A divine Comedy“ wird in diesem Sinne angeschaut und besprochen (das Video
und/oder die Aufführung Anfang März in der Volksbühne Berlin)

 

Modul 110 b.1 (= 102.3): Geschichte, Ästhetik und Theorie einzelner Medien “Was tun Filme und wie kommt es, dass wir sie verstehen?”                                                       

Lehrender: Dr. Christian Pischel

Zeiten: montags, 10:00 – 12:30 / 15.03. – 27.06.2022

Ort: 1.10

Kurzbeschreibung:

Filme bewegen uns. Filme überwältigen uns, gehen uns unter die Haut. Sie ergreifen, rühren und erheitern uns. Filme überzeugen; Filme langweilen. Sie zeigen, erzählen und denken. Filme sind nicht nur Produkte, die auf bestimmte Arten und Weisen fabriziert worden sind, sie sind selbst ein ›poetischen Machen‹, in das wir – jedes Mal, wenn wir einen Film sehen – eingewoben werden. Nahezu unwillkürlich entsteht aus unserem konkreten Sehen und Hören der Film mit der Mannigfaltigkeit seiner Welt, seiner Figuren und Begebenheiten. Der eigentliche Skandal ist, dass dieser Vorgang des Filme-Sehens – dieses komplexe Machen und Tun – uns ganz selbstverständlich ist, meisten mühelos, oft ein Genuss, manchmal eine Heraus­forderung.

Dieses Seminar setzt eben an dieser Selbstverständlichkeit an. Und stellt sie radikal in Frage. Wir werden das ganze Spektrum von der Filmerfahrung über die poetische Struktur bis hin zu einzelnen inszenatorischen Formen in den Blick nehmen, um unterschiedliche Terminologien, Problemstellungen und Methoden kennenzulernen, an denen wir unseren analytischen und hermeneutischen Umgang mit Filmen schulen. Beispiele aus unter­schiedlichen Episoden der Geschichte audiovisueller Darstellungsformen werden mit ausgewählten film- und medienwissen­schaftlichen Lektüren konstelliert, um immer wieder die Fragen neu zu stellen: Was passiert, wenn wir einen Film sehen? Welche Strukturen, Formen und Dramaturgien können wir identifizieren? Welche Wahrnehmungs-, Empfindungs- und Denkprozesse sind daran beteiligt?  Die Sitzungen bein­halten in der Regel eine gemeinsame Sichtung; die Texte zu den jeweiligen Terminen werden im Vorfeld zur Verfügung gestellt.

 

 

 

Modul 110 b.4: Medienpraxis / Labor Intermedia

Lehrende: Christine Lang

Zeiten: alle zwei Wochen montags, 13:30 – 17:00 / 21.03. – 27.06.2022

Ort: 1.10

Kurzbeschreibung:

Räume machen Menschen. Im Labor Intermedia werden die Wirkmächte des Raumes auf das soziale Verhalten untersucht. Die im Wintersemester konzeptionierten medialen Arbeiten klopfen in unterschiedlicher Weise Räume auf ihre Versprechen, Lesarten und tieferliegenden Strukturen ab; dokumentarisch und experimentell erforscht werden eine Shopping Mall, ein Club, imaginäre Räume im Corona-Lockdown, der Strand in Tel Aviv – oder auch das Schicksal eines Büroangestellten in der Leipziger Partytram. Im Sommersemester werden die Arbeiten realisiert und in einer Ausstellung präsentiert. Konzeption und Organisation dieser Ausstellung ist Bestandteil des Seminars.

 

 

Modul 110 c.2: Tonsatz und musikalische Analyse für Dramaturg/innen II

Lehrende: Sarvenaz Safari

Zeiten: donnerstags, 13:00 – 14:30 / 17.03. – 30.06.2022

Ort: Grassistraße 8

Kurzbeschreibung:

folgt

 

Modul 110 c.3 + 110 c.5: A Midsummer Night’s Dream – Shakespeare – Purcell – Mendelssohn – Reinhardt – Britten – Oehring

Lehrende: Prof. Dr. Regine Elzenheimer

Zeiten:  mittwochs, 15:00 – 18:00 / 16.03. – 29.06.2022

Ort: 1.10

Kurzbeschreibung:

„Im Sommernachtstraum bleibt vom Liebeswahn nur die Plötzlichkeit der Begierde. (… Er) ist das erotischste von allen Shakespeare-Stücken. Und wohl in keiner Tragödie oder Komödie außer „Troilus und Cressida“ ist die Erotik so brutal wie hier“ schrieb Jan Kott über Shakespeares ikonische Gestaltung der Freisetzung erotischer Grenzüberschreitung. Durch den Bezugsrahmen des Traums wird diese erotische Überschreitung zugleich zu einer theatralen Transgression der Realität. Kotts moderne Lektüre der Untiefen und Abgründe in Shakespeares Text von 1595/96 löste in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts eine romantisierende Deutungstradition des Stücks ab, die durch die Übersetzung August Wilhelm von Schlegels und Felix Mendelssohns Bühnenmusik die Rezeptionsgeschichte geprägt hat.

Vor diesem Hintergrund soll im Seminar die Rezeptionslinie dieses Textes, der konstitutiv durch Musik und Tanz strukturiert ist, anhand verschiedener Übersetzungen (Schlegel, Erich Fried, Jürgen Gosch) sowie musik-theatraler (und filmischer) Adaptionen verfolgt und exemplarisch analysiert werden: von Henry Purcells „Semi-Oper“ „Fairy Queen“ (1692) über Felix Mendelssohns Bühnenmusik (1823/46), Max Reinhardts Hollywood-Verfilmung (1935), Benjamin Brittens gleichnamige Oper (1960) bis hin zu Helmut Oehrings Purcell-Adaption „AscheMond“ (2012/13).

Der zweite Seminarteil ist als produktionsdramaturgisches Begleitseminar zur szenischen Produktion der Opernschule konzipiert, in der Benjamin Brittens Oper “A Midsummer Night’s Dream” erarbeitet wird. Hier werden wir in Zusammenarbeit mit der Opernschule konkrete konzeptionelle und Vermittlungsfragen der Opernproduktion erarbeiten.

Zur Vorbereitung empfiehlt sich neben der einführenden Beschäftigung mit Brittens Oper die zweisprachige Lektüre von Shakespeares Text (z.B. William Shakespeare: A Midsummer Night’s Dream/ Ein Sommernachtstraum, Englisch/Deutsch, hg. und übersetzt von Wolfgang Franke, Stuttgart: Reclam 1986) sowie die Schlegel-Übersetzung (https://www.projekt-gutenberg.org/shakespr/sommer/sommer.html).

Außerdem: Jan Kott: Titania und der Eselskopf, in: Shakespeare heute, Frankfurt am Main: Fischer 1991, S. 103-128.

In der Bibliothek in der Grassistraße ist ein Semesterhandapparat eingerichtet.

 

 

Modul 111.2: Praktikum oder Projekt “Benjamin Britten: A Midsummernight’s Dream”

Lehrende: Prof. Dr. Regine Elzenheimer (Dramaturgie), Prof. Karoline Gruber (Opernschule)

Zeiten: siehe Probenplan der Opernschule

Ort: siehe Probenplan der Opernschule

Kurzbeschreibung:

Das Dramaturgie-Praktikum kann im SoSe im Rahmen der Produktion der Opernschule absolviert werden:

Benjamin Britten: A Midsummer Night’s Dream, Premiere: 28.5.22, Großer Saal, Grassistraße.

 

 

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MASTER

 

Modul 207.1: Forschungskolloquium zur/m Masterarbeit/-projekt

Lehrende: jeweilige Betreuer/innen

Zeiten: Elzenheimer: donnerstags, 13:00 – 14:30 und zweiwöchentlich ab 24.03. / Kemser: nach Absprache / Storr: nach Absprache / 24.03. – 30.06.2022

Ort: 1.10 

 

 

 

Modul 207.2: Spezialisierungsübergreifendes Masterkolloquium

Lehrender: Dr. Dag Kemser

Zeiten: alle zwei Wochen donnerstags, 13:00 – 14:30 / 17.03. – 23.06.2022

Ort: 1.10

Kurzbeschreibung:

In den letzten Jahren hat die Beschäftigung mit dem Themenfeld Dramaturgie eine besondere Beachtung in der theaterwissenschaftlichen Forschung erfahren. Von der geschichtlichen Entwicklung über Begriffsbestimmungen bis zu Verschiebungen in der zeitgenössischen Praxis stehen dabei ganz unterschiedliche Aspekte im Fokus von aktuellen Sammelbänden und Monografien. Im Kolloquium werden wir einige ausgewählte Aufsätze bzw. Kapitel lesen und diskutieren.

Ergänzende oder alternative Vorschläge aus dem Plenum sind selbstverständlich willkommen.

Literatur: Evelyn Deutsch-Schreiner: Theaterdramaturgien von der Aufklärung bis zur Gegenwart, Köln u.a. 2016 ∙ Katharina Pewny u.a. (Hg.): Dramaturgies in the new millennium, Tübingen 2014 ∙ Anke Roeder/Klaus Zehelein (Hg.): Die Kunst der Dramaturgie, Leipzig 2011 ∙ Bernd Stegemann (Hg.): Dramaturgie, Berlin 2009 ∙ Sandra Umathum/Jan Deck (Hg.): Postdramaturgien, Berlin 2020

Zu diesem Seminar ist ein Handapparat im Dittrichring eingerichtet.

 

 

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